Täglich mehr als 4000 Besucher waren bei dritten Auflage der Wacken Winter Nights. Bereits die dritte Auflage des Winterfestivals in der Heavy-Metal-Gemeinde Wacken war für täglich mehr als 4000 Gäste ein Spektakel. Zwischen Gauklern, Rittern und Musikern reihten sich zahlreiche Attraktionen wie Bogenschießen, Axtwerfen und Hau den Lukas ein. 

Rund um den Reselithweg in Wacken findet bereits seit 2017 ein Winterfestival für hart gesottene Metal-Fans statt. Die Mittelalter-Atmosphäre soll die Besucher in eine lauschige und gewärmte Musikwelt entführen. Kaum auf dem Gelände, schallen die Dudelsäcke in der „Old Village Chapel“ durch die Luft, und die Gäste können sich an Verpflegungsständen versorgen oder in mystischen Wäldern verzaubern lassen. 

Bereits am Donnerstag wurde das Festival im Landgasthof Zum Wackinger durch die Glückstädter Band Forgotten North eröffnet. Einen Tag später eröffnete pünktlich um 15 Uhr die erste Band im Eispalast das Festival. Trollfest, eine finnische Band mit viel Spaß, heizte den Zuhörern ordentlich ein. So sehr, dass sich einige Besucher in Schafsfellen und Lederschuhen bereits bei sechs Grad Oberkörper frei durch die Massen trauten. Zwischen all den Menschen und Gaukler waren auch einige Stimmen zum Festival zu hören. Beispielsweise von Björn (24, aus Hamburg), der sich eigentlich „nur auf den Sonnabend“ freute. Der Freitag sei ihm zu Metal lastig, er würde lieber „mit Spielmannsleuten wie Saltatio Mortis am Sonnabend das Zelt abreißen“. Er kommt bereits seit 2017 jedes Jahr und erhoffte sich ein „metreiches und musikalisches Festival“.

Meditative „Klänge der Wälder“

Auf den Bühnen stand beispielsweise die deutsch-dänische Pagan-Metal-Band Heilung, die mit ihren „Klängen der Wäldern“ versuchte, den Zuhörer in eine Art Meditationsphase zu versetzen. Oder „Turisas“, die ab der ersten Sekunde den Fußboden des Zeltes zum Beben brachten. Aber auch die Band Bannkreis aus Potsdam mit dem Sänger Eric Fish von Subway to Sally sowie der blinden Musikerin Johanna Krins hatten ihre Fans.

Ein sonniger und milder Sonnabend sorgte schon in den Morgenstunden für Spaß beim Schwertkampf vor der „Old Village Chapel“. Die ersten Metbiere gingen über den Tresen, Schafsfelle, Stoffhosen, Gewänder und Schmuck wurden gerichtet, um die deutschen Musiker von Vogelfrey zu feiern. In diesem Jahr gab es neben zahlreichen Künstlern auch zwei Frauen, die einige Konzerte in Gebärdensprache dolmetschten, um für alle Gäste ein tolles Festivalerlebnis zu schaffen. Als der Abend kam, versammelten sich alle Besucher vor der Bühne, da die Spielmannsleute von Saltatio Mortis mit ihrem ersten Konzert 2019 bei einer unvergesslichen Feuershow einheizten. Die acht-köpfige Band weiß, wie man mit klassischen Instrumenten wie Dudelsack und Harfe ein gefülltes Zelt bespielt. – Patrick Rusch für Norddeutsche Rundschau | SHZ