Seite auswählen

Fantastisch mystisch erlebten etwa 4000 Besucher das Wochenende bei den zweiten Wacken Winter Nights. Diesmal spielte sogar das Wetter mit – mit Kälte und Schnee.

Begeistert die Fans: die Band Coppelius auf der Eispalast-Bühne.

Und gerade das begeisterte die Fans wie Sarah (26) aus Paderborn und Lisa (31) aus Bielefeld. Ausgerüstet mit Met, Tonkrügen, Gewändern und vor allem dicken Socken hatten sich die Frauen am Freitag auf den Weg nach Wacken gemacht. „Als ich auf dem Smartphone in die Wetter-App schaute, dachte ich hier hat der Veranstalter etwas gedreht“, meinte Lisa lachend. Sie traute ihren Augen nicht als es hieß, es würde schneien bei eisigen Temperaturen. Und so war die Stimmung super, als sie in Wacken eintrafen und dort auf Gaukler, Freunde des Mystischen und vor allem die Musiker trafen.

Und sie erlebten schon am ersten Abend der Winter Nights ein geniales Programm mit dem Bands Ensiferum, Finntroll und Grave Digger. Mit beeindruckenden Openings, viel Nähe zum Publikum und phänomenalen Feuershows rissen sie ihre Fans mit.

Der Sonnabend verlief ganz entspannt. So mancher unternahm erstmal eine Shopping-Tour auf dem Areal rund um die Büros des Veranstalters. Diverse Stände waren aufgebaut, dazwischen zeigten Gaukler ihr Können. Um die Mittagszeit eröffneten „Wind Rose“ das Musikprogramm. Die Spannung wuchs, warteten die Fans doch vor allem auf den Headliner des Abends: „Schandmaul“. Nach einer etwas längeren Pause und einer verschobenen Tour zum Album „Leuchtfeuer“ freuten sich die Bayern, endlich wieder auf der Bühne zu stehen. Im beheizten Eispalast ging es nach den ersten Klängen der Geige und Flöte richtig zur Sache, die Fans feierten ausgelassen. Im „Theatre of Grace“ spielten übrigens Bands neben dem Merchandising-Stand und der Wacken Foundation. Die Wacken-Stiftung unterstützt und fördert junge Musiker und Bands. Beim diesjährigen Winterfestival informierte sie zusammen mit der Full-Metal-Army, einem Fan-Club für hartgesottene Wacken-Anhänger, an einem großen Stand um über ihre Arbeit. Mit dem Glücksraddrehen wurden zudem Spenden gesammelt.

Verschneiter Sonntagmorgen

Am Sonntag folgte dann der Familientag. Kinder bis zwölf Jahre kamen kostenfrei auf das Gelände. Ein kleiner Spaziergang durch den mystisch gestalteten Wald, vorbei an Ständen zum Bogenschießen, Axtwerfen oder gar „Hau den Lukas“, kam überwiegend gut an. Zum Abend hin warteten alle auf die angekündigte Band Torfrock, doch leider mussten die Musiker ihren Auftritt krankheitsbedingt absagen. Als Ersatz rockten „Irdorath“ aus Weißrussland die Bühne. Die Band hatte bereits Sonnabend im Theater ordentlich Stimmung verbreitet.

Nicht nur das Areal rund um den Reselithweg lockte viele Musikfans, auch der „Wackinger“ (Landgasthof „Zur Post“). Neben Musik und Essen gab es dort zudem das „Action-Painting“. Dabei konnten die Teilnehmer ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Die angefertigten Bilder wurden frei verkauft, und der Erlös ging an die Wacken Foundation.

„Der Termin für die nächsten Wacken Winter Nights steht bereits fest: Vom 22. bis 24. Februar 2019 steht wieder alles im Zeichen der Mystik.“

Text: Patrick Rusch – Veröffentlicht in „Norddeutsche Rundschau“ / SHZ